Budgetübersicht für Pflegeleistungen
Auf einen Blick sichtbar, welche Leistungen im laufenden Zeitraum noch zur Verfügung stehen und welcher Betrag bereits abgerufen wurde.
Pflegepilot ist eine mobile Anwendung, die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen durch das Leistungssystem der Pflegeversicherung führt und Pflegediensten die Verwaltung ihrer Klienten abnimmt.
Tim Wehner kennt das Problem aus erster Hand. Als examinierter Krankenpfleger und Pflegedienstleiter erlebt er täglich, wie Familien Leistungen verfallen lassen, die ihnen gesetzlich zustehen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil niemand ihnen sagt, was sie beantragen können und bis wann.
Aus dieser Beobachtung wurde eine Idee, und aus der Idee ein erster Prototyp. Tim baute ihn selbst, ohne je programmiert zu haben, über mehrere Monate hinweg. Der Prototyp bewies, dass die Idee trägt. Für ein Produkt, das echte Pflegeeinrichtungen im Alltag einsetzen können, brauchte es jedoch ein Fundament, das Datenschutz, Skalierung und Bedienbarkeit für eine Zielgruppe zusammenbringt, die selten technikaffin ist.
NXT YOU wurde als Entwicklungspartner beauftragt, aus dem Prototyp ein marktreifes Produkt zu machen: eine mobile App für Pflegebedürftige und Angehörige sowie ein Web-Dashboard, über das Pflegedienste ihre Klienten betreuen.
Die größte Hürde ist kein technisches Problem, sondern ein menschliches. Pflegeleistungen nach SGB XI sind ein Geflecht aus Budgets, Fristen und Anspruchsarten, das selbst Fachkräfte regelmäßig nachschlagen müssen. Angehörige, die nebenbei pflegen, haben dafür weder Zeit noch Nerven. Deshalb steht in der App nicht das Regelwerk im Mittelpunkt, sondern die Antwort: Wie viel Budget ist noch da, was steht als Nächstes an, was muss wann beantragt werden.
Auf der anderen Seite steht der Pflegedienst. Dessen Alltag besteht zu einem erheblichen Teil aus Rückfragen, die sich wiederholen: Wann kommt der nächste Termin, welche Leistung wurde schon abgerufen, welches Formular wird gebraucht. Für diese Seite entstand ein eigenes Dashboard, über das Einrichtungen ihre Klienten verwalten und Informationen einmal hinterlegen, statt sie zwanzigmal am Telefon zu wiederholen.
Der dritte Punkt betrifft das Vertrauen. Es geht um Gesundheitsdaten von Menschen in einer verletzlichen Lebenslage. Die Anwendung wurde deshalb von Beginn an so gebaut, dass Einwilligungen sauber eingeholt und dokumentiert werden und die Datenhaltung den Anforderungen der DSGVO entspricht. Ohne dieses Fundament wäre das Produkt in der Branche nicht einsetzbar gewesen.
Pflegepilot bringt zwei Welten zusammen, die bisher getrennt voneinander funktionierten: die Familie zu Hause und den Pflegedienst, der sie betreut. Beide Seiten sehen dieselben Informationen, jede in der Form, die sie braucht.
Auf einen Blick sichtbar, welche Leistungen im laufenden Zeitraum noch zur Verfügung stehen und welcher Betrag bereits abgerufen wurde.
Die App meldet sich, bevor Fristen ablaufen oder Ansprüche verfallen, sodass Angehörige nicht selbst den Kalender im Kopf behalten müssen.
Einrichtungen verwalten ihre Klienten zentral, pflegen Informationen einmal ein und behalten den Überblick über alle betreuten Familien.
Von der ersten Scoping-Sitzung bis zur fertigen Anwendung vergingen rund dreieinhalb Monate. In dieser Zeit entstanden die mobile App und das Web-Dashboard gemeinsam, inklusive interner Qualitätssicherung vor der Übergabe.
Aus dem selbstgebauten Prototyp eines Einzelkämpfers wurde ein Produkt, mit dem Pflegeeinrichtungen arbeiten können. Tim Wehner tritt damit heute nicht mehr als Ideengeber auf, sondern als Anbieter einer Lösung, die er Einrichtungen vorführen und verkaufen kann.
Seit Februar 2026 befindet sich Pflegepilot im laufenden Betrieb. NXT YOU begleitet die Anwendung seither in der Wartung und arbeitet gemeinsam mit Tim an den nächsten Ausbaustufen.
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